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Czerny: Pianoforte-Schule ... op. 500,III

Vorbemerkung zu dieser Übertragung

Mit dem Namen Czerny verbinden die meisten Klavierspieler unliebsame Erinnerungen an stupide Fingerübungen und stundenlanges Exerzieren von Geläufigkeitsstudien. Wer aber Czernys pianistisches und musikalisches Wirken darauf reduziert, tut diesem Musiker Unrecht. Als Komponist ist Czerny sicherlich keine herausragende Erscheinung gewesen. Als Schüler Beethovens einerseits und als Lehrer von Franz Liszt, Theodor Kullak und Theodor Leschetitzky andererseits bildet er jedoch ein wichtiges musikästhetisches Bindeglied zwischen der Tradition der Wiener Klassik und der pianistischen Romantik.

Czernys Lehrbuch Von dem Vortrage ist der dritte Teil einer vierbändigen Klavierschule, die sich also nicht nur mit der rein technischen Ausbildung befaßt (wie etwa die Klavierschule von Johann Nepomuk Hummel 1828), sondern die darüber hinaus dem künstlerisch-gestaltenden Moment einen großen Stellenwert einräumt. In diesem Sinne steht Czerny eher in der Tradition der musikästhetischen Unterweisungen von Quantz (Versuch einer Anweisung die Flöte traversiere zu spielen, 1752), Agricola (Anleitung zur Singekunst, 1757), Carl Philipp Emanuel Bach (Versuch über die wahre Art, das Clavier zu spielen, 1753), Leopold Mozart (Gründliche Violinschule, 1787) und Daniel Gottlob Türk (Clavierschule, 1789). Zusammen mit dem vierten Teil (Die Kunst des Vortrags der ältern und neuen Claviercompositionen oder: Die Fortschritte bis zur neuesten Zeit) bildet Czernys Klavierschule op. 500 ein wichtiges Kompendium für die pianistische Aufführungspraxis des frühen 19. Jahrhunderts.

Als ich vor mehr als zehn Jahren damit begann, den dritten Teil der Klavierschule für eigene Unterrichtszwecke zu übertragen, war nicht abzusehen, daß es dereinst einen Nachdruck geben würde. Mittlerweile ist bei Breitkopf & Härtel eine Faksimile-Ausgabe erschienen, herausgegeben und mit einer sehr umfassenden Einleitung versehen von Ulrich Mahlert. Als weitere Literaturhinweise seien erwähnt: