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Czerny: Pianoforte-Schule ... op. 500,III

Kap. 4 [ b / 4. Teil]

  1. <35> Eine der nothwendigsten Eigenschaften zur schönen Ausführung solcher langen Verzierungen ist die Unabhängigkeit jeder Hand von der Andern; das heisst, dass, während die eine Hand ruhig und fest ihre Begleitungs-Noten spielt, die andere alle auch noch so langen und aus ungleicher Notenzahl bestehenden Verzierungen frei, natürlich und ohne alle ängstliche Eintheilung auszuführen im Stande sei.

    Dieses ist (besonders im langsamen Tempo) am allerschwersten bei der Eintheilung solcher Noten, wie z.B: 4 oder 5 Sechzehnteln auf 3 Triolen, oder 7 Noten auf 6, u.s.w. z.B:

[Notenbeispiel 35-2]

Es gehört beinahe unter die Unmöglichkeiten, eine strenge Eintheilung solcher Sätze aufzufinden, und wäre auch auf jeden Fall eine sehr undankbare Mühe.

<36> Das einzige Mittel zum Einstudiren derselben ist, dass man jede Hand einzeln für sich im strengen festgesetzten Tempo so lange übe, bis man beide zusammen, ohne an die Eintheilung zu denken, so genau und natürlich herausbringt, dass die Note, welche auf einen guten Takttheil kommt, in beiden Händen übereinstimmend angeschlagen wird, und im übrigen jede Hand ihre Passage streng gleich, ohne die mindeste Unterbrechung auszuführen vermag. Dann ist auch die rechte Eintheilung von selbst da. Ohnehin darf man, wenn, (wie im vorigen Beispiel) in der einen Hand Läufe von ungleicher Notenzahl vorkommen, diese Ungleichheit meistens gar nicht hören lassen, sondern man muss das Ganze in einem Zuge herausbringen.