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Koch: Musikalisches Lexikon

Clavicylinder,

<340> ein neues Claviatur-Instrument, dessen Erfinder der Herr Doktor Chladni in Wittenberg ist, der sich schon früher durch die Erfindung seines Euphons, und durch seine akustischen Schriften um die Tonkunst verdient gemacht hat. Der Beschreibung zu Folge, die er selbst von dieser neuen Erfindung in dem 18ten Stücke des zweyten Jahrganges der allg. musik. Zeitung gegeben hat, enthalten die Hauptbestandtheile dieses Instrumentes eine Claviatur und einen gläsernen oder mit Glas bekleideten Cylinder, welcher an dem einen Ende mit einem Schwungrade, und an dem andern mit einer Kordel versehen ist, und durch einen Fußtritt umgedreht wird. Das Instrument hat die Form eines Schreibepultes, und der Umfang seiner Töne erstreckt sich von G bis zum dreygestrichenen d. Die Töne klingen so lange fort, als die Tasten niedergedrückt werden; durch Zunahme oder Abnahme des Druckes kann man sie anschwellen oder verschwinden lassen. Sie sprechen augenblicklich an, so daß sich auch geschwinde Sätze darauf ausführen lassen, jedoch thun etwas langsamere Sätze eine noch bessere Wirkung. Der Klang ist sehr angenehm, aber von der Harmonika sowohl, als von dem Euphon gänzlich verschieden.