Home | Impressum
KölnKlavier · Themen
Übersicht Koch, Musikalisches Lexikon  

Koch: Musikalisches Lexikon

Forte, stark.

<589> Dieses Wort, mit welchem in den Notenstimmen angezeigt wird, wo die Ausführer eines Tonstücks nach einer mit schwächerm Tone vorgetragenen Stelle wieder anfangen sollen, mit starkem Tone zu spielen, wird gewöhnlich abgekürzt, und nur f. oder for. gesetzt. Soll bey dem Vortrage der Ripienstimmen, besonders <590>; in Allegrosätzen, die Absicht dieser wieder erneuerten Stärke des Tones vollkommen erreicht werden, so müssen alle Ausführer zugleich auf der Note, die mit forte bezeichnet ist, mit aller Kraft des Tones einsetzen, deren ihr Instrument ohne Uebertreibung fähig ist; es sey denn, daß gleich auf dieses forte ein più forte oder fortissime folge, denn in diesem Falle muß bey dem Eintritte des forte der Ton in so weit gemäßigt werden, daß man den höhern Grad der Stärke noch in seiner Gewalt behält. Folgt aber ein solches fortissime erst späterhin im Laufe des Stücks, so kann demohngeachtet bey dem forte mit voller Kraft des Tones eingesetzt werden, weil sie sich gemeiniglich in kurzem wieder in so weit mäßiget, daß bey dem vorkommenden fortissime immer noch die nöthige Verstärkung des Tones möglich ist. Bey Sätzen von sanfterm Charakter muß die nemlich Pünktlichkeit in Ansehung des gleichzeitigen Eintrittes aller Ausführer in das forte beobachtet werden, nur mit dem Unterschiede, daß in diesem Falle die Stärke des Tones mehr gemäßiget wird. Wenn bey dem Anfange eines Satzes kein piano oder kein anderer Grad der verminderten Stärke des Tones ausdrücklich angezeigt ist, wird er jederzeit mit starkem Tone angefangen; nur muß, genau genommen, der Grad dieser Stärke dem Charakter des Satzes angepaßt werden; denn ein Allegro con brio, z.B. verlangt einen höhern Grad der Stärke des Tones, als ein Allegro scherzando, u.s.w. Bey dem Vortrage der Fuge ist noch zu bemerken, daß das Thema derselben, so oft es in jeder Stimme vorkömmt, auch ohne ausdrückliche Anzeige mit einem etwas verstärkten Tone vorgetragen werden muß, besonders, wenn es ohne vorhergegangene Pausen eintritt.