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Quantz: Anweisung - Einleitung

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<16> §. 16. [...] Ich behaupte nur, daß ein jeder Componist solche Regeln [des Kontrapunkts] zu wissen schuldig sey; die Künsteleyen aber da, wo es der gute Gesang erlaubet, so zu untermischen suchen müsse, daß weder am schönen Gesange, noch an der guten Ausnahme, irgend einiger Abbruch verspüret werde; und daß der Zuhörer keinen ängstlichen Fleiß dabey bemerke: sondern daß überall die Natur hervorleuchte. [...]

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<19> §. 19. [...] Denn wer da weis, wie viel Einfluß die Mathematik, sammt denen unter ihrem Bezirke stehenden Wißenschaften, die Weltweisheit, die Dichtkunst, und die Redekunst, in der Musik haben; der wird gestehen müssen, daß die Musik nicht nur einen Größen Umfang habe, als viele glauben: sondern auch, daß der bey den meisten Musikverständigen verspürte Mangel obengemeldeter Wissenschaften, die größte Hinderniß an weiterem Fortkommen, und die Ursache sey, warum die Musik noch nicht zu einer Größen Vollkommenheit gebracht worden ist. [...]

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