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Sulzer: Theorie der Schönen Künste

Allegro.

(Musik.)

<112 li> Bedeutet hurtig, und wird den Tonstüken vorgesetzt, welche etwas geschwind und mit Munterkeit sollen vorgetragen werden. Weil aber verschiedene Grade den hurtigen sind, ehe man auf das ganz Schnelle kommt, so werden dieselben noch durch andere Bestimmungen dieses Worts angezeiget. Allegro di molto oder Allegro assai, bezeichnet das ganz hurtige, das dem schnellen oder Presto nahe kommt, und Allegretto das weniger hurtige. Aber meist jedes Stük, dem Allegro beigeschrieben ist, hat deswegen doch seinen besondern Grad der Geschwindigkeit, den ein geschikter <112 re> Spieler aus dem Ausdruk und aus der Art der Noten errathen muß.

Das Allegro, oder der hurtige Gesang, schiket sich zudem Ausdruke der munteren Leidenschaften, der noch nicht ganz ausgelassenen Freude, eines mäßigen Zornes, des Spottes, und allenfalls zu der bloßen Schwatzhaftigkeit, zum fröhlichen Scherz. Er findet sich aber unter den verschiedenen Arten des Allegro nicht blos in Ansehung der Geschwindigkeit, sondern des Ausdruks, ein merklicher Unterschied; indem ein Stük mit derselben Geschwindigkeit lustig, dreiste, prächtig oder schmeichelnd kann vorgetragen werden.

Man braucht dieses Wort auch als ein Hauptwort, indem man ein Stük, das in hurtiger Bewegung soll gespielt werden, ein Allegro nennt.