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Sulzer: Theorie der Schönen Künste

Allemande.

(Musik.)

<112 re> Diesen Namen führen zweyerley Gattungen kleiner Tonstüke. Die eine Gattung macht insgemein einen Theil der sogenannten Suiten für das Klavier und andere Instrumente. Sie ist in vier Vierteltakt gesetzt, hat einen etwas ernsthaften Gang, und wird von einer vollen und wohl ausgearbeiteten Harmonie unterstützt. Der Name zeiget an, daß Sie von deutsche Erfindung ist.

Die andere Gattung ist eine Tanzmelodie von zwey Vierteltakt und einer sehr muntern etwas hüpfenden Bewegungen, die den Charakter der Fröhlichkeit ausdrückt. Sie hat viel Ähnlichkeit mit dem französischen Tambourin.

Man giebt auch den Namen Allemande dem schwäbischen Tanz, der in Schwaben und in der Schweiz bey dem gemeinen Volk sehr gebräuchlich ist. Aber nicht richtig; denn dieser hat 3/4 Takt. Er hat etwas sehr artiges, und fröhliches. <113 li> Sehr oft sieht man in bemeldten Gegenden ungelehrte Tänzer, die ihre Allemande mit einer Annehmlichkeit tanzen, die viel Einnehmendes hat, und dem Zuschauer großes Vergnügen macht. Diese Allemande ist ein wahrer Tanz der Fröhlichkeit.