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Sulzer: Theorie der Schönen Künste

Aufschlag.

(Musik.)

<230 li> Die schwache Zeit des Takts, da der, so den Takt schlägt, die Hand oder den Fuß aufhebt. In dem Takt von zwey Zeiten fällt der Aufschlag in die zweyte Zeit; in die dritte, wenn der Takt drey Zeiten hat; und in die zweyte und vierte, wenn er aus vier Zeiten besteht [Siehe: Takt]. Man sagt von einem Tonstük, es fange im Aufschlag an, wenn es kurz oder ohne Accent mit der letzten Zeit eines Taktes anfängt, auf welche sogleich der Anfang des zweyten Taktes folget. So muß ein Gesang anfangen, dessen Text jambisch ist, weil es nicht angeht, daß ein Jambus einen Takt ausmache; denn die erste Sylbe oder der erste Ton des Takts ist immer nothwendig lang. Also behandelt die Musik die jambische Versart, als wenn sie trochäisch mit einer vorgesetzten kurzen wäre. Anstatt

          Komm Do / ris komm / zu je / nen Bu / chen,

liest der Tonsetzer:

          Komm / Doris / komm zu / jenen / Buchen.

[Siehe: Takt; Zeiten]