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Sulzer: Theorie der Schönen Künste

Einklang.

(Musik.)

<30 re> Man sagt von Tönen, daß sie im Einklang sind, wennn sie gleich hoch sind. [...]

<31 li> Im Einklang ist also die vollkommenste Harmonie, weil beyde Töne in einem zusammenfließen, zumal wenn beyde von einerley Instrument, oder klingenden Körpern herkommen. Einige rechnen den Einklang unter die Consonanzen; andre aber verwerfen dieses, indem sie sagen, daß das Wort Consonanz nur von Intervallen gebraucht werde, oder von Tönen, die in Ansehung der Höhe verschieden sind. Der Streit hat im Grunde gar nichts auf sich. [...]

<31 re> Jener einfache Gesang, der mit sehr vielen Stimmen im Einklang geht, wird von dem berühmten Rousseau für den natürlichsten und vollkommensten Gesang halten, und er geht so weit, daß er den vielstimmigen harmonischen Gesang für eine barbarische und gothische Erfindung hält. [FN: Rousseau, Jean Baptiste: Dictionnaire de Musique (Paris, 1768); Artikel Harmonie]. [...]

<32 re> Inzwischen wird doch auch kein Liebhaber der Harmonie in Abrede seyn, daß nicht ein im Einklang von einem großen Chor vorgetragener Gesang viel Schönheit haben und große Wirkung thun könne.