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Sulzer: Theorie der Schönen Künste

Largo.

(Musik.)

<154re> Bedeutet die langsamste Bewegung des Takts, wo die Haupttöne der Melodie in feyerlicher Langsamkeit und gleichsam tief aus der Brust hergeholt, auf einander folgen. Diese Bewegung schiket sich also für Leidenschaften, die sich mit feyerlicher Langsamkeit äußern, für melancholische Traurigkeit, und etwas finstere Andacht. Um nicht langweilig zu werden, soll ein Largo nur kurz seyn, weil es nicht wol möglich ist, mit dem äußersten Grad der Aufmerksamkeit, der hiezu erfodert wird, lang anzuhalten. Die nöthige Behutsamkeit, die dem Tonsetzer und dem Spieler beym Adagio empfohlen worden [Adagio] <155li> muß hier noch sorgfältiger angewendet werden.