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Sulzer: Theorie der Schönen Künste

Musette.

(Musik; Tanzkunst.)

<421re> Das kleine Tonstük, welches von dem Instrumente dieses Namens (dem Dudelsak) seinen Namen bekommen hat, wird gemeiniglich in 6/8 Takt gesetzt, und kann sowohl mit dem Niederschlag, als in der Hälfte des Takts anfangen. Sein Charakter ist naive Einfalt mit einem sanften, schmeichelnden Gesang. Duch eine etwas langsamere und schmeichelnde Bewegung unterscheidet es sich sowol von den Giquen, als von den Baurentänzen, die diese Taktart haben. In der Gique z.B. werden die Achtel etwas gestoßen, in der Musette müssen sie geschleift werden, also: [Notenbeispiel] Gar oft wird das Stük über einen anhaltenden Baßton gesetzt; deswegen der Tonsetzer verstehen muß, die Harmonie auf demselben Baßton hinlänglich abzuwechseln.

Der Tanz, der diesen Namen führet, ist allemal für naive ländliche Lustbarkeiten bestimmt, kann aber sowol zu edlen Schäfercharakteren, als zu niedrigen bäuerischen gebraucht werden. Aber die Musik muß in beyden Fällen sich genau nach dem Charakter richten.