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§. 27. Seit dem häuffigen Gebrauche der Triolen bey dem so genannten schlechten oder Vier Viertheil=Tackte, ingleichen bey dem Zwey oder Dreyvaiertheil=Tackte findet man viele Stücke, die statt dieser Tackt=Arten offt bequemer mit dem Zwölf, Neun oder Sechs Achttheil=Tackte vorgezeichnet würden. <129> Man theilt alsdann die bey Fig. XII. befindlichen Noten wegen der andern Stimme so ein, wie wir alda sehen. Hierdurch wird der Nachschlag, welcher offt unangenehm, allezeit aber schwer fällt, vermieden.
§. 28. [...]
[Zusatz der Ausgabe 1787:]
Man hüte sich bey dem affectuösen Spielen, daß man nicht zu oft, nicht gar zu sehr anhalte und endlich auch nicht das Tempo hierdurch schleppend mache. Der Affect verführt hierzu gar leicht. Man muß ohngeacht dieser Schönheiten die genaueste Gleichheit der Zeit=Maaße beym Ende eines Stückes beybehalten, wie sie beym Anfange war. Dies ist eine sehr schwere Lection in der Ausübung. Wir finden viele brave Musiker, aber nur wenige, von welchen man in der genauesten Bedeutung mit Recht sagen kan: er endigt so, wie er angefangen hat. Wenn in einem Stücke aus einer harten Ton=Art Gedanken vorkommen, welche in einer weichen Ton=Art wiederholt werden: so kan diese Wiederholung ebenfalls etwas weniges langsamer geschehen des Affects wegen. Beym Eingange in eine Fermate, welche eine Mattigkeit, Zärtlichkeit oder Traurigkeit ausdrückt, pflegt man auch in etwas den Tact anzuhalten. Hierher gehört auch das Tempo rubato. In der Andeutung desselben haben die Figuren bald mehrere, bald wenigere Noten, als die Eintheilung des Tactes erlaubet. Man kan dadurch einen Theil des Tactes, einen ganzen, auch mehrere Tacte, so zu sagen, verziehen. Das Schwereste und Hauptsächlichste ist dieses: daß alle Noten von gleicher Geltung aufs strengste gleich vorgetragen werden müssen. Wenn die Ausführung so ist, daß man mit der einen Hand wider den Tact zu spielen scheint, indem die andere aufs pünctlichste alle Tacttheile anschläget: so hat man gethan, was man hat thun sollen. Nur sehr selten kommen alsdenn die Stimmen zugleich im Anschlagen. Wenn sich das Tempo rubato mit einem Einschnitte endiget, so kan etwas von diesem letztern mit ins Tempo rubato gezogen werden, nur muß das Ende davon mit der Grund=Stimme zugleich da seyn, wie man überhaupt bey diesem Tempo auf solche Art endigen muß. Langsame Noten, schmeichelnde und traurige Gedanken sind alsdenn die geschicktesten. Dissonirende Harmonien schicken sich hierzu besser als consonirende Sätze. Es gehört zur richtigen Ausführung dieses Tempo's viele Urtheils=Kraft und ganz besonders viel Empfindung. Wer beydes hat, dem wird es nicht schwer fallen, mit aller Freyheit, die nicht den geringsten Zwang vertragt, seinen Vortrag einzurichten, und er würde, wenn es seyn müßte, alle Gedanken verziehen können Zur Übung gienge es an, aber weiter nicht. Hingegen wird bey aller Mühe, ohne hinlängliche Empfindung nichts rechtes ausgerichtet können werden. So bald man sich mit seiner Oberstimme sclavisch an den Tact bindet, so verliert dies Tempo sein Wesentliches, weil alle übrige Stimmen aufs strengste nach dem Tacte ausgeführt werden müssen. Außer dem Clavier=Spieler können alle Sänger und Instrumentisten, wenn sie begleitet werden, dieses Tempo viel leichter anbringen als der erstere, zumal, wenn er sich allein begleiten muß. ... Der Baß kan, beym Clavier ohne Begleitung, wenn es nöthig ist, geändert werden, nur muß die Harmonie bleiben. ...
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