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Kullak: Ästhetik des Klavierspiels - Kap. 17

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3. Die Klangverstärkung ist ein wesentlicher Bestimmungsgrund für die Anwendung des Pedales. Die Brillanz wird so recht eigentlich durch dasselbe gefördert, und könnte auch schon das eben angeführte <360> Beispiel von Hummel zu dieser Nummer gezählt werden. Dabei können oft durchgehende, accordfremde Noten in Fülle vorkommen. Das wirre Durcheinander der Töne macht auf Momente einen anregenden oder aufregenden Effekt, welcher berechtigt ist, sei es aus äußeren sinnlichen oder innerlich malerischen, poetischen Ursachen. - Für den ersten Fall giebt Liszt im Galop chromatique folgendes Beispiel:

[Notenbeispiel S. 360, Nr. 1: Liszt, Galopp chromatique]

Für den zweiten Fall liefern Sturm, Donner, Glocken- und Meeres-Anklänge, oder Szenen träumerischen, unklaren Summens und Schwirrens zahlreiche Beispiele. Das Traumesgewirr findet sich in Robert Schumanns poetischen Bildern häufig und bedarf des Pedales.