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Chr.Fr.D. Schubart: Ästhetik der Tonkunst

Fränzel, Ignaz

<144> Fränzel, einer der lieblichsten Violinisten unsrer Zeit gleich stark in der Begleitung wie im herrschenden Vortrag. Sein Strich hat so viel Delicatesse und wiegende Anmuth, daß ihn niemand ohne tiefe Rührung hören kann. Er ist kein Sclave von seiner eignen Manier, sondern trägt auch fremde Arbeit mit Wärme vor. Die von ihm gesetzten Violinstücke, gehören unter die besten dieser Art: sie sind zwar nicht brausend und feurig, aber desto tiefgefühlter, inniger, und voll von neuen melodischen <145> Gängen. Die Hollandois, Rondos, und andere dergleichen süße Erfindungen der Musik, gelingen ihm sonderlich bis zur magischen Täuschung. Sein Allegro rollt so leicht und zwanglos weg, daß er nichts zu thun scheint – wenn er alles thut. Vielleicht ist nur seine Bogenlenkung etwas zu verkünstelt und gezwungen; wenigstens ist sie nicht so frey wie Lollis seine.