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Chr.Fr.D. Schubart: Ästhetik der Tonkunst

Salzburg [Leopold Mozart]

<157> Der dasige Capellmeister Mozart, (der Vater) hat die Musik auf einen trefflichen Fuß gestellt. Er selbst ist als Componist und als Schriftsteller ehrenvoll bekannt. Sein Styl ist etwas altväterlich, aber gründlich und voll contrapunctischer Einsicht. Seine Kirchenstücke sind vn größerm Werthe als seine Kammerstücke. Durch seine Violinschule, die in sehr gutem deutsch, und mit tiefer Einsicht abgefaßt ist, hat er sich ein großes Verdienst erworben. Die Beyspiele sind trefflich gewählt, <158> und seine Applicatur ist nichts weniger als pedantisch. Er neigt sich zwar zur Tartinischen Schule, läßt aber doch dem Schüler mehr Freyheit in der Bogenlenkung als dieser.

Sein Sohn ist noch berühmter als der Vater geworden. Er gehört unter die frühzeitigen musikalischen Köpfe; denn schon im eilften Jahre setzte er eine Oper, die von allen Kennern gut aufgenommen wurde. Auch gehört dieser Sohn unter unsre ersten Clavierspieler. Er spielt mit magischer Fertigkeit, und liest so genau vom Blatte weg, daß er hierin wohl schwerlich seines Gleichen fand.