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Chr.Fr.D. Schubart: Ästhetik der Tonkunst

[Diderot]

<269> Diderot, dieser vortreffliche Literator und Dichter, spielt den Flügel nicht nur sehr gut, sondern gab auch eine Theorie vom Clavierspiel heraus. Er hat über den Geist dieses Instruments tiefer nachgedacht, als je ein Franzose. Der große Bach ist sein Führer. Er besuchte ihn aus Enthusiasmus in Hamburg[1] sprach mit ihm <270> viel über die Kunst, und rectificirte dadurch sein System. Seine Claviertheorie ist also nichts weiter, als Bachs Clavierschule französirt. Diderot ist ein ekstatischer Verehrer der Deutschen, und er setzt unser Volk in der Dichtkunst und Musik über alle Völker empor.

Fußnoten:
1 Diderot hatte eben den Zobelpelz an, den er von der russischen Kaiserinn erhielt. Mit ehrfurchtsvollem Blick auf [S. 270] seinen Lehrer, zog er seinen Pelz vom Leibe, und hängt ihn neben Bach auf. "Die Kaiserinn hat sich geirrt, der Pelz gebührte Ihnen."
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