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Chr.Fr.D. Schubart: Ästhetik der Tonkunst

[Verschiedene Instrumente]

<332> Außer den gedachten Instrumenten gibt es noch verschiedene, die eben nicht für ganze Concerte, sondern bloß für Gesellschaften erfunden sind. Unter diese gehören vorzüglich die Reiseorgel, oder Tragorgel, die heutiges Tages eine solche Vollkommenheit erreicht hat, daß auf einer Walze oft zehn bis sechzehn Stücke gesteckt werden können. Die kleinern Flagioletten-Instrumente, womit man Vögel abrichtet, gehören nur in einem niedrigern Grade in eben diese Sphäre. Da hier alles Mechanismus, und der Zephyrgriff des Genies gar <333> nichts dazu beyträgt; so gehören diese Instrumente nicht in den Gesichtskreis der Aesthetik.

Man hat das Mundblättchen in unsern Tagen zu einer solchen Vollkommenheit empor getrieben, daß man die ersten Hoboenconcerte damit weg bläst. Auch gibt es Menschen, die bloß mit der Zunge und den Lippen alle Instrumente nachahmen. Man bläst auf den Hutecken; man bildet mit nassen Fingern den Baß auf dem Tisch oder Stocke; man pfeift durch die Nase; man nöthigt gleichsam der ganzen Natur Töne ab.