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Schumann: Schriften

Etuden für das Pianoforte [Kreisig 116]

[Auszug]

[ Einleitung ]

<IV,241> Etuden erscheinen in neuerer Zeit bei weitem weniger, als noch vor einigen Jahren. Wir begrüßen das als ein gutes Zeichen, daß sich der Sinn der Künstler vom Mechanischen weg wieder dem Melodischen zuwendet, wie dies auch ganz natürlich gekommen, da eine Steigerung der Etude nach dem, was Chopin und A. [Andere] darin geleistet, nicht wohl möglich war. Vielleicht durch Mendelssohn's unübertreffliche Lieder ohne Worte angeregt, brachte Henselt zuerst wieder melodisches Element in die Etude. Was nach ihm erschienen, bewegt sich in ziemlich gleicher Richtung. Wahrhaft Bedeutendes hat die Gattung in neuester Zeit nicht gebracht; die bedeutenderen <IV,242> Componisten, sie als abgeschlossen betrachtend, wendeten sich anderen zu.

[...]

<IV,243> [...] Wer aber an flüchtiger Freude sein Vergnügen hat – und Shakespeare und Bach sind auch nicht alle Tage zu genießen und zu verstehen –, der greife wohl auch einmal nach so leichter Musik, eine Stunde hinzutändeln, um dann in um so größerem Maße sich an der Kraft des echten Genius zu erlaben. –