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Czerny: Pianoforte-Schule ... op. 500,III

Kap. 1 [ b / 2. Teil]

  1. <6> Da es eine der ersten Pflichten des Spielers ist, den Hörer nie über die Takteintheilung in Zweifel zu lassen, so führt dieses schon von selber mit sich, dass man, wo es nöthig ist, jeden Anfang eines Takts, oder gar wohl jeden guten Takttheil durch einen kleinen Nachdruck merkbar mache. Diess ist vorzüglich nothwendig, wo die Composition hierin in Zweifel lässt. Z.B:

[Notenbeispiel 06-4]

<7> Obwohl hier der eigentliche Accent erst auf die Viertelnote kommt, so muss doch die erste Note jedes Taktes insofern mit einigem (wenn auch kaum hörbaren) Nachdruck gespielt werden, um den Anfang des Taktes anzuzeigen. Denn der Hörer kann nur dann einem Tonstücke nachfolgen, wenn er stets Takt und Rhytmus richtig aufzufassen vermag.

Dasselbe gilt auch bei gleichen fortlaufenden Passagen, wo sonst der Hörer leicht den Faden des Taktes verlieren könnte, z.B:

[Notenbeispiel 07-1]

Hier muss jede mit + bezeichnete Note insoweit mit einigem Übergewicht angeschlagen werden, dass die Takttheile verständlich bleiben, obwohl die Gleichheit des ganzen Laufes dadurch ja nicht gestört werden darf.

  1. Alle synkopirten Noten müssen mit besonderem Nachdruck angeschlagen werden. Z.B:

[Notenbeispiel 07-2]

Hier ist die rechte Hand stets etwas mehr als die Linke zu markiren.

Dieses gilt auch, wenn die synkopirten Noten frei stehen, z.B:

[Notenbeispiel 07-3]

Hier ist der Nachdruck in beiden Händen gleichmässig anzuwenden.

  1. Jede, zwischen gestossenen Noten stehende gebundene Note muss, auch bei gleichem Werthe, mit einigem Nachdruck gespielt werden. Z.B:

[Notenbeispiel 07-4]

<8> Die erste von den 2 Noten, welche hier mit einer kleinen Bindung zusammen gebunden sind, wird stets mit etwas stärkerem Nachdruck angeschlagen, während alle übrigen gestossenen Noten nur in der vorgezeichneten Stärke auszuführen sind.