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Czerny: Pianoforte-Schule ... op. 500,III

Kap. 1 [ c / 1. Teil]

[c] Von der Anwendung des crescendo und diminuendo.

<11> § 1. Es muss vor Allem bemerkt werden, dass das crescendo niemals durch eine sichtbare Anstrengung der Hand oder durch höheres Aufheben der Finger hervorgebracht werden darf, wenn man legato spielt, sondern nur durch einen vermehrten innern Druck der Nerven und durch ein grösseres Gewicht, welches die Hand hiedurch erhält, ohne die Geläufigkeit der Finger zu fesseln.

§ 2. Jede aufwärts steigende Passage wird in der Regeln crescendo, und jede abwärts gehende diminuendo vorgetragen. Z.B:

[Notenbeispiel 12-1]

<12> Dieses ist auch zu beobachten, wo der Tonsetzer gar keinen Vortrag angezeigt hat. Wo er das Gegentheil haben will, muss er es eigends andeuten.

§ 3. Wird eine solche, nicht allzukurze Passage zweimal nach einander wiederhohlt, so ist sie das zweitemal weit mehr piano als das erstemal vorzutragen.

Selbst pianissimo ist sie sodann von angenehmer Wirkung. Z.B:

[Notenbeispiel 12-2]

Das zweitemal wird demnach das cresc: und dimin: entweder gar nicht, oder nur äusserst wenig angewendet. Überhaupt muss jede, sich wiederhohlende Stelle das zweitemal mit einem andern Vortrag ausgeführt werden, als das erstemal.