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Kullak: Ästhetik des Klavierspiels - Kap. 3

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  1. Die Bebung Diese auf den später üblichen Instrumenten nicht ausführbare Manier konnte nur auf dem Klavier [=Tangentenklavier] herausgebracht werden. Sie wurde entweder durch Punkte oder das Wort tremolo bezeichnet Der Finger blieb während der ganzen Geltung der Note auf der Taste stehen, suchte den Ton aber durch mehrmals wiederholten gelinden, wiegenden Druck zu verstärken.

    [Notenbeispiel S. 64, Nr. 3]

    Auch wurde folgendes Zeichen gebraucht

    [Notenbeispiel S. 64, Nr. 4]

    oder statt der Striche ~~~~~~~~

  2. Das Arpeggio

    [Notenbeispiel S. 64, Nr. 5]

    <65> Die Bedeutung ist bekannt. Damit bei langen Akkorden nicht zu viel Zeit übrig bleibe, kann man die Akkorde mehrmals auf verschiedene Weise brechen

    [Notenbeispiel S. 65, Nr. 1]

    (Diese Manier ist heut zu Tage nicht mehr gebräuchlich.)

    Steht bei einem zu arpeggirenden Akkorde vor irgend einer Stimme ein langer Vorschlag, so wird in den übrigen Stimmen sogleich, also noch während des Vorschlags weiter arpeggiert.

    [Notenbeispiel S. 65, Nr. 2]

    Bei kurzen Vorschlägen wird die Ausführung so gemacht:

    [Notenbeispiel S. 65, Nr. 3]

  3. Der Zurückschlag besteht in einer mehrmaligen Abwechselung des vorgeschriebenen (meist langen) Tones mit der darüber liegenden Secunde. Der vorgeschriebene Ton hat eine längere Dauer als der zweite und die Bewegung muß allmälig immer geschwinder genommen werden. Diese Manier wird besonders als Einleitung von Schlußtrillern gebraucht

    [Notenbeispiel S. 65, Nr. 4]