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Mattheson: Der vollkommene Capellmeister

Teil 2, Kap. 13 [Seite 33 von 41]

Allemande

<232> §. 128. In Clavier= Lauten= und Violdigamben=Sachen gehet

XIV. Die Allemanda, als eine aufrichtige Teutsche Erfindung, vor der Courante, so wie diese vor der Sarabanda und Gique her, welche Folge der Melodien man mit einem Nahmen Suite nennet. Die Allemande nun ist eine gebrochene, ernsthaffte und wol ausgearbeitete Harmonie, welche das Bild eines zufriedenen oder vergnügten Gemüths trägt, das sich an guter Ordnung und Ruhe ergetzet.

§. 129. Man hat auch einen sonderlichen Tantz, der mit dem Allemanden=Nahmen beleget wird; ob er wol einem Rigaudon viel ähnlicher siehet, als einer rechten Allemande. Noch eine andre, und zwar die dritte Gestalt gewinnet diese Gattung bey den welschen Componisten für die Violine: Womit sie der teutschen Art wol ein wenig näher kommen, als die Frantzosen; Doch weit vom Ziel schiessen. Der Unterschied läßt sich besser in den Noten=Wercken sehen, als mit Worten beschreiben. Masciti und Händel können zu Mustern dienen: Jener in den gegeigten, dieser in den Clavier=Allemanden. Ihre Sachen sind gedruckt. Gesungen werden die Allemanden nicht, so viel ich bisher wüste; Wiewol ich selber auf den Allemanden=Tantz ehmahls Worte zum Singen gemacht habe.