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Chr.Fr.D. Schubart: Ästhetik der Tonkunst

Buxtehude, Dietrich

<199> Buxtehude, einer der größten Fugenspieler der Welt. Die Haut würde einem heutigen Organisten schaudern, wenn er ein Allabreve, oder eine Fuge von einem Buxtehude vortragen hörte. Das simpelste Thema führt er mit solcher Richtigkeit aus, webt es so labyrinthisch durch einander, und findet immer durch dieß Labyrinth <200> so richtig den Ausgang, daß man darüber erstaunen muß. Tiefsinn ist der Charakter seiner Sätze; seine Schreibart eigensinnig: er gibt gleichsam einem jeden Finger eine eigene Sphäre. Die kleinen Finger der beyden Fäuste bilden immer die Peripherie seiner musikalischen Erfindungen, und die übrigen acht Finger halten aufs genaueste ihren eigenen Tanz. Er bemerkt durch die geringsten Vorschläge den Halt und Fortschritt der Mitteltöne, und bringt dadurch zwar äußerste Präcision, aber auch nicht wenig Schwierigkeit für den Spieler hervor. Z.B. was man heut zu Tage durch ein simples Harpeggio ausdrückt, drückt er durch die aller genaueste Bestimmung mit Pausen und Puncten aus:

Notenbeispiel S. 200