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Türk: Klavierschule

Kap. 3, Abs. 4

4. Abschnitt. Von den Nachschlägen. [§. 27-33]

<230> §. 27. Nachschläge nennt man gewisse durchgehende Töne, welche nach der Anm. zu §. 9. allemal in die Zeit der vorhergehnden Noten fallen, oder von dieser ihre Dauer erhalten. In sofern sind sie gewissermaßen als das Gegentheil von den Vorschlägen anzusehen. Beyde Arten awerdden aber häufig mit einander verwechselt, weil man auch die Nachschläge oft durch kleine Nötchen andeutet, [Fußnote: ...] und kein Unterscheidungszeichen beyfügt, wie hier:

<231> §. 28. [...]

§. 29. Die Nachschläge werden hauptsächlich gebraucht, um den Gesang zusammenhängender zu machen ode einen folgenden Ton vorzubereiten; auch bedient man <232> sich derselben häufig beym Ende eines Trillers.Sie müssen erst alsdann, wenn die Dauer der Hauptnote beynahe vorüber ist, folglich ganz kurz angegeben (geschwind nachgeholt) und an die vorhergehende Note geschleift werden (b), es mag ein Bogen darüber stehen, oder nicht. daher wäre die Ausführung bey (c) falsch.

Besonders ist das Pausiren und Verweilebn zwischen dem f und g, in den Beispielen (e), ganz wider die Absicht des Komponisten. Noch eher wäre die eintheilung bey (d) in geschwinder Bewegung zu erdulden.

§. 30. [...]

§. 31. Ich warnte oben gelegentlich vor dem allzu häufigen Gebrauch der Vorschläge. Diese Warnung ist in Absicht auf die Nachschläge [...] noch nöthiger; denn nur wenige taugen etwas. Entweder entstehen durch diese Nachschläge Fehler in der Harmonie, oder sie sind dem guten Geschmacke entgegen. Aus diesen und andern Gründen pflegen die Komponisten ihren Arbeiten nur selten einfache Nachschläge beyzufügen. Noch weniger sollten diejenigen Klavierspieler, welche weder hinlängliche Kenntnisse vonder Harmonie, noch einen sehr gebildeten Geschmack besitzen, ohne ausdrückliche Vorschrift Nachschläge hinzu setzen. [...]

[...]