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Türk: Klavierschule

Kap. 4, Abs. 4 (d)

4. Abschnitt. Von den zusammengesetzten, und einigen andern Manieren.

(a) Vom geschnellten Doppelschlage. [§. 78-80]

<287> [...]

(b) Vom Doppelschlage (mit einem Zusatze) von unten. [§. 81-83]

<289> [...]

(c) Vom prallenden Doppelschlage. [§. 84-87]

<290> [...]

(d) Von der Bebung. [§. 88]

<293> §. 88. Die Bebung (franz. Balancement, ital. Tremolo) kann nur über langen Noten, besonders in Tonstücken von traurigem &c. Charakter, mit gutem Erfolge angebracht werden. Man pflegt sie durch das Zeichen bey (a) oderdurch das Wort TREMOLO (b) anzudeuten. Die Ausführung würde ungefähr so seyn müssen, wie bey (c) oder (d).

Man läßt nämlich den Finger, so lange es die Dauer der vorgeschriebenen Note erfordert, auf der Taste leigen, undsucht den Ton durch einen mehrmals wiedeholten gelinden Druck zu verstärken. Daß man nach jedem Drucke wieder etwas nachläßt, aber den Finger nicht ganzvon der Taste abheben darf, brauche ich wohl kaum zu bemerken. Uebrigens weiß jeder, daß diese Manier blos auf dem Klaviere [Clavichord], und zwar nur auf einem sehr guten Klaviere heraus zu bringen ist.

Man hüte sich überhaupt vor häufigen Bebungen, und, wenn man sie anbringt, vor dem so häßlichen Uebertreiben des Tones durch das zu heftige Nachdrücken. Ein Fehler, vor welchem ich bereits bey einer andern Gelegenheit gewarnt habe.