Aufführungspraxis und Stilistik

Zu aufführungspraktischen Fragen einzelner Komponisten siehe auch die Abteilung Personen (Komponisten, Interpreten), dort vor allem die Abschnitte Bach, Johann Sebastian, Beethoven, Ludwig van und Mozart, Wolfgang Amadeus.

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Vellekoop, Kees (Hrsg.):
Tempo in de Achttiende Eeuw. Utrecht: STIMU, 1984, 59 S.

Nach den eher polemischen Schriften von Willem Retze Talsma, Clemens von Gleich und Grete Wehmeyer hat sich die Frage nach dem „richtigen“ musikalischen Tempo im 18. und 19. Jahrhundert weitgehend versachlicht. Die beiden Symposiumsberichte der Stichting voor Muziekhistorische Uitvoeringspraktijk in Utrecht geben einen umfassenden Überblick.

Vellekoop, Kees (Hrsg.)
Tempo in de negentiende eeuw. Utrecht, STIMU 1985, 98 S.

A

Agricola, Johann Friedrich:
Anleitung zur Singekunst [Berlin 1757]. Reprint: Wiesbaden (Breitkopf) 1994. Reprint (mit Notenbeispielen im Neusatz hrsg. von Th. Seedorf): Kassel (Bärenreiter) 2002. 329 S. ISBN 978-3761815632.

Mit seiner 1757 erschienenen „Anleitung zur Singkunst“ knüpfte Johann Friedrich Agricola an die überaus erfolgreichen Lehrwerke von Johann Joachim Quantz („Versuch einer Anweisung die Flöte traversière zu spielen“, 1752) und Carl Philipp Emanuel Bach („Versuch über die wahre Art das Clavier zu spielen“, 1. Teil 1753) an. Wie diese Autoren gehörte auch der Komponist, Sänger und Publizist Agricola zu jenem Kreis aufgeklärter Musiker am preußischen Hof, die den öffentlichen Diskurs über Fragen der Musik in Berlin prägten. Die „Anleitung zur Singkunst“ stellt im Kern die Übersetzung der „Opinioni de’ cantori antichi e moderni“ des italienischen Kastraten Pier Francesco Tosi aus dem Jahr 1723 dar, doch geht Agricola weit über Tosi hinaus. Den meist sehr knappen Ausführungen des Originals fügt er nicht nur zum Teil weit ausholende Kommentare hinzu, sondern veranschaulicht Tosis Hinweise auch mit einer Vielzahl von Notenbeispielen, die in dieser Ausgabe neu gesetzt und geschlüsselt wurden, um dem Benutzer den Zugang zum Stoff zu erleichtern. Informativ nicht nur für Sänger, die sich über unterschiedlichste Aspekte vokaler Aufführungspraxis in der Mitte des 18. Jahrhunderts informieren möchten, sondern ebenso für Instrumentalisten, die sich von der historischen Idee leiten lassen, dass auch die Instrumentalpraxis stets die Vokalpraxis zu reflektieren hat. [Verlagstext]

Ahlgrimm, Isolde:
Ornamentik der Musik für Tasteninstrumente. Ein Kompendium. Graz (Akademische Druck- und Verlagsanstalt) 2005 f.

  1. Deutschsprachige Quellen. ISBN 978-3-201-01820-3.
  2. fremdsprachige Texte [noch nicht erschienen].

Auf kleinen Notizzetteln hat die Cembalistin Isolde Ahlgrimm Zitate zur Ornamentik gesammelt. Etwa hundert deutschsprachige und fremdsprachigen Autoren hat sie im Laufe der Jahre ausgewertet, fünf Kartons umfaßte der „Zettelkasten“ schließlich, der ursprünglich nur für die eigene Arbeit und für Unterrichtszwecke gedacht war. Um das weite Feld der Verzierungslehren einzugrenzen, beschränkte Isolde Ahlgrimm sich auf die Schriften, die speziell die Musik für Tasteninstrumente behandeln, und auf einige allgemeine Musiklexika. Die aufführungspraktische Literatur für Streich- und Blasinstrumente sowie die Vokalmusik (z.B. Leopold Mozart, Tartini, Quantz, Tosi/Agricola) blieben bewußt ausgeklammert. Weswegen allerdings die Herausgeber nun eine Reihe von Quellen, die Isolde Ahlgrimm ausgewertet hat, nicht in das Kompendium übernommen haben (u.a. J.C.F. Fischers „Musikalisches Blumenbüschlein“, Muffats Vorwort zu den „72 Versetl samt 12 Toccaten“ Griepenkerls Abhandlung „Ueber den Vortrag der Polonoisen von Wilhelm Friedemann Bach“ oder Czernys „Schule der Verzierungen“), wird auch im Vorwort nicht weiter erörtert.

Trotz dieses Mangels ist dieses Kompendium ein unentbehrliches Nachschlagewerk, wenn es um die Auflösung von Verzierungen geht, angefangen von Ammerbachs „Orgel oder Instrument Tabulatur“ (1571) bis hin zu Czernys „Pianoforte-Schule op. 500“ (1839). Die Notenbeispiele sind in moderner Schlüsselung wiedergegeben, offensichtliche Stecherfehler wurden korrigiert, mitunter werden mißverständliche Beschreibungen und Zweifelsfälle ausgiebig erläutert. Ergänzt wird die Sammlung durch ein Verzeichnis der von den Autoren verwendeten Termini und einem Register der Symbole.

B

Bach, Carl Philipp Emanuel:
Versuch über die wahre Art das Clavier zu spielen [Berlin 1753/62]. Reprint der 1. Auflage mit den Ergänzungen von 1787 und 1797 (mit Notenbeispielen im Neusatz). 588 S. Kassel (Bärenreiter) 1994. ISBN 979-0006310524.

Beyschlag, Adolf:
Die Ornamentik der Musik. Leipzig (Breitkopf & Härtel) 1908. Reprint: Literaricon Verlag UG 2018. 285 S. ISBN 9783965061071.

Der Dirigent, Musiker und Komponist Adolf Beyschlag (1845-1914) schuf mit der hier vorliegenden Arbeit ein lange geltendes Standardwerk zur Ornamentik in der Musik.

C

Cooper, Peter:
Style In Piano Playing. London (John Calder) 1975. 181 S. ISBN 978-0714535128.

Couperin, François:
L’Art de toucher le clavecin [Paris 1717]. Reprint: Wiesbaden (Breitkopf) 1933. (= Ed. Breitkopf 5560). ISBN 978-0004164427.

Czerny, Carl:
Von dem Vortrage op. 500,3 [Wien 1839]. Reprint: Wiesbaden (Breitkopf) 1991. 112 S. ISBN 978-3765102431

D

Dussek, Jan Ladislaus & Pleyel, Ignaz:
Méthode pour pianoforte [Paris 1797]. Reprint: Florenz (SPES) o.J. (= Archivum Musicum. L’Arte del Fortepiano 6).

F

Ferguson, Howard:
Keyboard interpretation from the 14th to the 19th Century. An Introduction. Oxford (OUP) 1975. 228 S. ISBN 978-0193184190.

Fleischmann, Walter:
Aus Klavierspiel wird Musik. Prinzipien und Gesetzmäßigkeiten der Musik und die Grenzen der musikalischen Notation Ein Ratgeber aus der Wiener Pianistentradition für Lehrende und Studierende. 68 S. Düsseldorf (Staccato) 2017. ISBN 978-3-932976-67-4.

Dieses Buch ist in mehrfacher Weise wertvoll und anregend. Der Autor zeigt darin vielerlei Grundprinzipien für die Interpretation der Klaviermusik auf, die bei sogenanntem freien Spiel nicht außer Acht gelassen werden sollen, welche aber auch zur Befreiung von meist anerzogenen Zwängen dienen können. Wichtig ist dies besonders für junge Künstler, die nach Entfaltung ihrer eigenen künstlerischen Persönlichkeit streben, ebenso für jene, die vielleicht von ihren Lehrern im Sinne von missverstandener Werktreue oder gar hauptsächlich von deren eigenen Vorstellungen geformt worden sind. Außerdem beugen die Ausführungen in diesem Buch Bestrebungen vieler noch nicht ganz reifer Klavierstudierenden vor, sich exzentrische Berühmtheiten als Vorbilder zu nehmen, deren Spielweisen keineswegs nachgeahmt werden sollten. Die große Klaviermusik lebt seit Jahrhunderten nicht nur in den Notenblättern, auf denen sie von den Meistern notiert wurde, sondern auch durch den Wandel der Interpretationsweisen im Laufe der Zeit. Walter Fleischmanns interessantes Werk zeigt dafür Grenzen auf, wie sie von ernst zu nehmenden Pianisten nicht überschritten werden dürften, eröffnet jedoch auch eine Fülle von Möglichkeiten seriöser Interpretation, für welche es keine traditionellen Notationsmöglichkeiten gibt. [Verlagstext]

G

Gedan, Jörg:
Verzierungen. Anmerkungen zu Ornamenten in der Klaviermusik (Triller, Praller, Doppelschläge u.a.). URL: http://www.pian-e-forte.de.

Eine Publikation, die über die ambitionierte Website des Musikers und Klavierpädagogen J. Gedan als PDF-Datei zugänglich ist (Abteilung „Das Klavier / Fachwissen – Downloads / Spieltechnik“)

H

Harich-Schneider, Eta:
Die Kunst des Cembalospiels. Nach den vorhandenen Quellen dargestellt und erläutert. Kassel (Bärenreiter) 1970.

Harnoncourt, Nikolaus:
Musik als Klangrede. Wege zu einem neuen Musikverständnis. München (dtv / Bärenreiter) 1985. (= dtv-TB 10500). 269 S. ISBN 978-3761810989.

Wenn Nikolaus Harnoncourt seine Sammlung von Aufsätzen, Vorträgen und Vorlesungen Musik als Klangrede nennt, bekennt er sich damit zur Wiedergewinnung beredten Musizierens, für das er selbst mit seinem Ensemble Concentus musicus seit 1953 wegbereitend gewirkt hat. Harnoncourt geht mit dem gegenwärtigen Musikleben streng ins Gericht: Es erscheint ihm als ein aufwendiges Ornament, um über die kulturelle Leere des Lebens hinwegzutäuschen. Dem stellt er die Rückbesinnung auf ein verstehendes Hören entgegen, mit dem Interpreten und Hörer gemeinsam versuchen, sich die vielen Sprachen und Stile der Musik vergangener Jahrhunderte wieder zugänglich zu machen. Doch er verordnet nicht etwa den nostalgischen Rückblick auf originales Barockspiel mit historischen Instrumenten: Hier ist Harnoncourt oft missverstanden worden. Vielmehr setzt er sich mit der Alten Musik, ihrer Spielweise und ihren Instrumenten auseinander, um Impulse für die heutige Musikpraxis zu gewinnen.

Nikolaus Harnoncourt erläutert in diesem Buch die Grundprinzipien seiner musikalischen Praxis, die ihn in der gesamten Musikwelt berühmt gemacht haben. Dabei geht es ihm nicht um die museale Interpretation Alter Musik, sondern um eine moderne Interpretation der Meisterwerke der Vergangenheit, deren Impulse unsere Hörgewohnheiten auf neue Fundamente stellen.

Heuser, Paul:
Das Clavierspiel der Bachzeit. Ein aufführungspraktisches Handbuch nach den Quellen. Mainz (Schott) 1999. (= Schott ED 8710). 178 S. ISBN 978-3795787103.

Zur musikalischen Aufführungspraxis der Vergangenheit, insbesondere des 18. Jahrhunderts, existieren mittlerweile zahllose Veröffentlichungen. Dennoch fehlt es bisher an einer kurzgefassten, zuverlässigen Übersicht der zeitgenössischen Quellen, mit deren Hilfe sich der Musiker ein Urteil bilden und zu seinen eigenen Interpretationslösungen finden kann. Diesem Mangel soll mit diesem Handbuch abgeholfen werden. Anhand ausgewählter Dokumente wird der Leser mit der Tastenspielkunst, also der Spielweise auf allen Clavierinstrumenten der Zeit und der Orgel, und den damit befassten Schriften vertraut gemacht. Im Zentrum steht die durch Johann Sebastian Bach verkörperte mitteldeutsche Tradition, die sich in den Äußerungen seiner Schüler, Freunde und Enkelschüler fortsetzt, aber ebenso unter dem Einfluss der stilistischen Neuerungen der Zeit deutlich wandelt. [Verlagstext]

Hudson, Richard:
Stolen time. The history of tempo rubato. Oxford (Clarendon Press) 1996. 488 S. ISBN 0198161697

K

Kellner, David
Treulicher Unterricht im General-Baß, worinne alle Weitläuffigkeit vermieden, und dennoch gantz deutlich und umständlich allerhand sothane neu erfundene Vortheile an die Hand gegeben werden … [1743]. Faksimile-Nachdruck Laaber (Laaber).

Kullak, Adolph:
Ästhetik des Klavierspiels. Reprint: ConBrio 1994. 388 S. ISBN 978-3930079520.

Die Ästhetik des Klavierspiels ist das erste instrumentalpädagogische Buch, das die Kunst des Klavierspiels auch als reproduktive Kunst – und wie man heute sagen würde – als Kunst der Interpretation darstellt.

Kullak, Adolph:
Das Musikalisch-Schöne. Ein Beitrag zur Ästhetik der Tonkunst [Leipzig 1858]. VIII/272 S. Reprint: Hildesheim (Olms) 1999. ISBN: 978-3-487-10833-9.

L

Linde, Hans-Martin:
Kleine Anleitung zum Verzieren alter Musik. Mainz (Schott) 1958. (= Schott ED 4758). 48 S. ISBN 978-3795756468.

Dieses Buch gibt einen Überblick über die Musizierpraxis der alten Zeit und möchte helfen, aus der scheinbar unübersichtlichen Vielfalt der Verzierungen die wichtigsten auszuwählen und ihre Anwendungsweise zu erleichtern. Das Werk, das aus der Praxis des Flötisten heraus entstanden ist, möchte den Spieler alter Musik zum praktischen lebendigen Umgang mit den Verzierungen anregen und anleiten. Wenn auch die zahlreichen Beispiele der Flötenliteratur entstammen, so sind sie doch auch für den Kalvierspieler aufschlußreich.

Lohmann, Ludger:
Die Artikulation auf den Tasteninstrumenten des 16.-18. Jahrhunderts. Regensburg (Bosse) 1990.

M

Marpurg, Friedrich Wilhelm:
Anleitung zum Clavierspielen der schönern Ausübung der heutigen Zeit gemäß entworfen [Berlin 1765]. Reprint: Hildesheim (Olms) 1970.

Mattheson, Johann:
Kleine Generalbaß-Schule [Hamburg 1735]. Laaber (Laaber) 2003. 280 S. ISBN 978-3890073330.

Mattheson, Johann:
Der vollkommene Kapellmeister. [Hamburg 1739]. Reprint: Kassel (Bärenreiter) 1954. Neusatz: Kassel (Bärenreiter) 1999. 676 S. ISBN 979-0006314133.

Der „Vollkommene Capellmeister”, die wichtigste Schrift Johann Matthesons, ist ein Spiegel des musikalischen Denkens des frühen 18. Jahrhunderts, ein Dokument des Übergangs von der barocken zur klassischen Epoche. Diese Enzyklopädie des musikalischen Wissens umfasst von der Verzierungslehre bis zur Instrumentenkunde, von der Formenlehre bis zu aufführungspraktischen Erörterungen alles, was Mattheson für die Ausbildung eines „vollkommenen Capellmeisters” für unabdingbar hielt. Matthesons geistreiche Anekdoten und beißende Ironie machen das Werk noch heute zu einem Lesevergnügen. In dieser „Bärenreiter Studienausgabe“ erscheint der originale Mattheson-Text erstmals in heutiger Schrift und ist damit geeignet, auch all jene an die Lektüre dieses Standardwerkes heranzuführen, die sich bislang von der Frakturschrift haben abschrecken lassen. Zugleich wurden auch die zahlreichen Notenbeispiele neu gesetzt und modern geschlüsselt. [Verlagstext]

Miehling, Klaus:
Das Tempo in der Musik von Barock und Vorklassik. Die Antwort der Quellen auf ein umstrittenes Thema. Wilhelmshaven (Noetzel) 1993. 458 S. ISBN 978-3795905903.

Molsen, Uli:
Barockes Klavierspiel. Ein Lese-, Spiel- und Nachschlagebuch zur Interpretation der Klaviermusik des Barock. 88 S. Hamburg (Sikorski) 1999. ISBN 978-3920880525.

Molsen, Uli:
Die Geschichte des Klavierspiels in historischen Zitaten von den Anfängen des Hammerklaviers bis Brahms. 2/1983. 192 S. ISBN 978-3980068505.

Mozart, Leopold:
Gründliche Violinschule [1789]. Reprint: Wiesbaden (Breitkopf) 1991. 322 S. ISBN 978-3765101915.

Leopold Mozarts Violinschule erschien erstmals im Jahr 1756 und erfuhr rasch Verbreitung in Deutschland, den Niederlanden (1766) und Frankreich (1770). Sie ist das erste umfassende deutschsprachige Lehrwerk, das sich mit den Prinzipien des Violinspiels befasst und diese in systematischer Form dem Lehrer und Schüler vermittelt. Leopold Mozart geht dabei vor allem auf die durch Tartini und Locatelli geprägte italienische Violinkunst zurück. Daneben ist es aber auch ein allgemeines Buch über das musikalische Denken und die Aufführungspraxis im 18. Jahrhundert. Die Wirkung der Schrift, die eine Gattung „Violinschule“ in Deutschland überhaupt erst begründete, reicht weit über sein Jahrhundert hinaus. Nicht zuletzt wird auch das direkte Umfeld von Wolfgang Amadeus Mozarts musikästhetischer Unterweisung erkennbar. Der vorliegende Reprint gibt die dritte Auflage (Augsburg 1787) und damit die letzte Ausgabe wieder, die der Autor selbst überwachen konnte.

N

Noé, Günther von:

Der Vorschlag in Theorie und Praxis. Ein Ratgeber für den Interpreten. Wien (Doblinger) 1986. 68 S. ISBN 978-3900035907.

O

Ott, Karin und Eugen:
Handbuch der Verzierungskunst in der Musik. München (Ricordi) 1997 ff.

  1. Grundlagen. 200 S. ISBN 978-3931788018.
  2. Die Vokalmusik von den Anfängen bis um 1750. 356 S. ISBN 978-3931788025.
  3. Die Vokalmusik in der Zeit Mozarts. 420 S. 978-3931788032.
  4. Die Vokalmusik im 19. Jahrhundert.
  5. Das Lied – Die Kastraten. 440 S. 978-3931788056.
  6. Tasteninstrumente. 480 S. ISBN 978-3931788063.
  7. Streichinstrumente. [CD-ROM]. ISBN 978-3931788070.

In gut lesbarer Weise sollen der Berufsmusiker ebenso angesprochen und kenntnisreich informiert werden wie der Musikwissenschaftler und der interessierte Laie. Ziel ist es, eine Hilfestellung für das Verständnis und die praktische Ausübung der Verzierungskunst zu geben. In intensivem Quellenstudium erarbeiteten Karin und Eugen Ott ein präzises philologisches Bild davon, wie man mittels geistiger Durchdringung und künstlerischer Phantasie Musik dem Geschmack ihrer Entstehungszeit gemäß zum Klingen bringen kann. Sie vermitteln ihre Kenntnisse so anregend und verständlich, daß die musikalische Phantasie des Lesers geweckt wird und neben Verständnis für die Kunst anderer auch ein Anreiz für eigene Erfindung entsteht.

P

Pembaur, Joseph:
Von der Poesie des Klavierspiels [1919]. Reprint: Fernthal (B. Muth) 1998.

Perl, Helmut:
Rhythmische Phrasierung in der Musik des 18. Jahrhunderts. Ein Beitrag zur Aufführungspraxis. Wilhelmshaven (Heinrichshofen) 1994. (= TB zur Musikwissenschaft 90). 278 S. ISBN 978-3795903985.

Historische Aufführungspraxis des 18. Jahrhunderts bedeutet für den Pianisten im Ernstfall der Rückgriff auf das historische Instrumentarium, auf Cembalo und Hammerklavier. Aberr auch derjenige, der weiterhin „seinen“ Bach auf dem modernen Flügel spielen möchte, ist gut beraten, sich mit den Grundzügen der damaligen Spielweise und Klangästhetik vertraut zu machen. Perls Monographie geht den wichtigsten Fragestellungen nach: Behandelt werden Dynamik und Lautstärkedifferenzierung, Tempo und Takt, und vor allem auch die Frage der alten Applikatur (Fingersatz), die uns heutzutage merkwürdig anmutet, die sich aber durchaus musikalisch rechtfertigen läßt.

Pietsch, Hans Christian:
Grundlagen des Cembalospiels. Wilhelmshaven (Noetzel) 1987. 352 S. ISBN 9783795904753.

Q

Quantz, Johann Joachim.:
Versuch einer Anweisung die Flöte traversiere zu spielen [1752]. Reprint: Kassel (Bärenreiter) 1997. 450 S. ISBN 979-0006309559.

Glamsch, Falk Samuel (Hrsg.):
Quantz in unserer Zeit: Versuch einer Anweisung, die Flöte traversiere zu spielen: Modernisierte Ausgabe. 248 S. (Fasani) 2018. ISBN 978-3982045900.

Diese modernisierte Ausgabe des „Versuch“ von Johann Joachim Quantz bietet den gesamten Text der Erstausgabe 1752.
Es handelt sich um eine praktische Ausgabe für die Arbeit jedes Musikers in unserer Zeit mit folgenden innovativen Merkmalen:

  • moderner Schriftsatz (keine Fraktur mehr!)
  • behutsam modernisierte Sprache
  • Original-Seitenzählung der Erstausgabe im Text integriert
  • Verweise mit Quellenangabe auf das musikwissenschaftliche Standardwerk in deutscher Sprache Musik in Geschichte und Gegenwart (2. Auflage) und zusätzlich zu Wikipedia mittels QR-Codes für einen schnellen Zugriff auf die Artikel
  • neu erarbeiteter Sachkommentar in Fußnotenform
  • aktuelle bibliografische Recherche von Publikationen zu Quantz von 2004 bis 2018 im RILM (Répertoire International de Littérature Musicale)

Die Bedeutung des Quantz’schen Werkes liegt in der Fülle der Details über die Musik bis zur Mitte des 18. Jahrhunderts. Es führt in hervorragender Weise in die barocke Spielweise und Aufführungspraxis ein.

R

Rosenblum, Sandra P.:
Performance practices in classic piano music. Their principles and applications. Bloomington (Indiana University Press) 1991. 544 S. ISBN 978-0253206800.

S

Schenker, Heinrich:
Ein Beitrag zur Ornamentik. Wien (UE) 1908.

Schenker, Heinrich:
Die Kunst des Vortrags. Anleitung zur Ausdrucksvollen Betonung und Tempoführung in der Vocal-und Instrumentalmusik. Wien (UE) Jahr.

Schmitz, Hans-Peter:
Quantz heute. Der „Versuch einer Anweisung …“ als Lehrbuch für unser Musizieren. Kassel (Bärenreiter) 1987. 83 S. ISBN 978-3761808122.

Schmitz, Hans-Peter:
Fürstenau heute. Flötenspiel in Klassik und Romantik. Kassel (Bärenreiter) 1988. 167 S. 978-3761808597.

Schott, Howard:
Cembalo spielen. Cembalomusik, Spieltechnik, Instrumentenkunde. Kassel (Bärenreiter) 1983. 264 S. 978-3760819853.

Schumann, Robert:
Musikalische Haus- und Lebensregeln.

Spohr, Louis:
Violinschule. Wien (Haslinger) ca. 1832. Reprint: (Katzbichler) 2000. ISBN 978-3873971691.

Sulzer, Johann Georg:
Allgemeine Theorie der schönen Künste in einzelnen, nach alphabetischer Ordnung der Kunstwörter auf einander folgenden, Artikeln abgehandelt. 4 Bde., Leipzig 2/1792. Reprint: Hildesheim (Olms) 1980.

T

Tosi / Agricola:
Anleitung zur Singkunst [1757]. Reprint: Wiesbaden (Breitkopf) 1994.

Türk, Daniel Gottlob:
Clavierschule oder Anweisung zum Clavierspielen für Lehrer und Lernende [1789]. Reprint: Kassel (Bärenreiter) 1997. 483 S. ISBN 978-3761813812.

Türk, Daniel Gottlob:
Kurze Anweisung Zum Generalbaßspielen. Reprint: (Hansebooks) 2016. 366 S. ISBN 978-3741155512.

V

Veilhan, Jean-Claude:
Die Musik des Barock und ihre Regeln (17.-18. Jahrhundert) für alle Instrumente. Paris (Leduc) 1977.

W

Waltz, Hermann:
Musikalische Vortragslehre. Berlin (Vieweg) 1936.

Wehmeyer, Grete:
Prestißißimo. Die Wiederentdeckung der Langsamkeit in der Musik. Hamburg (Kellner) 1989. 175 S. ISBN 978-3927623002.

Die Polemik gegen den virtuosen Geschwindigkeitsrausch in der Musik mag zwar musikwissenschaftlich nicht haltbar sein, aber als Gegenpol zum sportiven „schneller, höher, weiter“ auf den Konzertpodien hat das Buch durchaus seine Berechtigung.

Wieck, Friedrich:
Clavier und Gesang. Didaktisches und Polemisches [1852]. Reprint: Regensburg (ConBrio) 1966. (= ConBrio Reprint 2). 155 S. ISBN 978-3930079865.

Witten, David (Hrsg.):
Nineteenth-century piano music. Essays in performance and analysis. Ort (Garland) 1996. 310 S. ISBN 978-0815315025.